Das Who is Who der deutschen Wirrköpfe auf Youtube

Wenn Du versucht hast auf den Play-Button im Bild da oben zu tippen, dann bist Du leider nicht cool genug für diesen Artikel. Falls Du das für einen verdammt schlechten Scherz gehalten hast, dann fahre bitte fort...

Unser letzter Exkurs in die Welt der Verschwörungstheorien ist zu lange her. Das Comeback der Flat Earth Theory war so beeindruckend wie unerwartet. Leider hat es davon nicht viel aus den USA nach Deutschland geschafft. Im Nachhinein bin ich dankbar dafür. Nun ist es Zeit für Bullshit-Nachschub:

Was nächtliche Langeweile jüngst an die Küste meiner YouTube Suchergebnisse geschwemmt hat, ist entweder packende Unterhaltung, oder Fremdschämen für Fortgeschrittene und zu wahr um schön zu sein. Die Inhalte sind natürlich Müll, wahrhaftig ist dagegen die Verblendung der Videokünstler. Ich bin nicht an einer inhaltliche Auseinandersetzung interessiert. Stattdessen möchte ich den kreativen Ansatz bewerten, Tipps geben und Dir darüber hinaus einen Reiseführer durch eine YouTube-Landschaft der Schreihälse, Fanatiker und stumpfen Trottel bieten. In diesem Sinne: Vorhang auf für das Who is Who der deutschen Wirrköpfe auf YouTube.

Die Labertasche Hagen Grell

An irgendwen erinnert mich Hagen, aber ich komme nicht drauf. Egal. Er schwadroniert gut mal eine Dreiviertelstunde, aber so lange halte ich einfach nie durch, denn; Junge, regel mal deinen Autofokus.

Auch wenn ich ihn nicht immer scharf sehen kann, bin ich doch beeindruckt ob seiner männlichen Körperhaltung. Gut, das armfreie Top hätte er in diesem Video (inzwischen erst auf privat gestellt und nun wieder verfügbar) vielleicht weglassen können, aber es unterstreicht eben den Inhalt des Clips, über dessen Titel ich doch kurz heftig schmunzeln musste: Deutsche Frauen: IHR habt es in der Hand!

Was mich sehr ärgert ist, dass ich das Handtuch aus seinem Video auch habe, weshalb ich an dieser Stelle gar keine zu großen Witze über Komposition und Ästhetik machen kann, wie ich das eigentlich wollte. Trotzdem: Videos besser nicht im Badezimmer drehen, da fühl ich mich gleich so voyeuristisch.

Hier findest du seinen Kanal.

Next Stop: Volxtribun (Man beachte die Lautkette)

In seinem Begrüßungsvideo war er mir noch richtig sympatisch. Jemand, dessen erste Worte an Dich Moin Moin sind, kann mit Allem danach doch gar nicht mehr viel falsch machen. Da habe ich mich getäuscht.

Seinen darstellerischen Höhepunkt erreicht er für mich im Video ’’Böser Mann’’ no comment. Allein das herrische, grunzende Lachen zu Beginn – der absolute Killer.

Sein herrlicher Bart, dieser wirre Blick und eine geradezu nerdige Fassung um die Brillengläser. Die Haare trägt er offen und hat eine Stimme zum Niederknien. Warum lässt ihn niemand einen Hörbuch einsprechen?

Er ist die Antwort auf die Frage, wie ich mir Poseidon vorstelle. Ungleich gottgleicher ist die technische Umsetzung seiner kinematographischen Exkrete. Die Ausleuchtung lässt zu wünschen übrig, wobei ich hier und da das Gegenlicht als Stilmittel gelten lasse. Akustisch ist der Herr gut zu vernehmen, wenn auch kein Mikrofon seinen manisch schwingenden Stimmbändern gerecht werden könnte.

Watschnbaum: Bislang ist mir noch nicht klar, was genau er sagen will

Um die Sache abzurunden haben wir hier das klassische Beispiel einer defekten Tastatur mit festhängender Umschaltsperre. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Zur Machart seiner Videos sei gesagt, dass sie alle einem höchst inkonsistenten Stil untergeordnet und in der Wirkung einem optischen Vomitivum nahe sind. Stur und mit wackelnden Händen einen unveränderlichen einen Computermonitor oder eine Plakatwand abfilmen ist gelinde gesagt unprofessionell. Anstatt die selbe Nummer mit Zeitungsausschnitten und Ausdrucken zu veranstalten, hätte ein simples Foto genügt.
Seine Videos sind sehenswert wie eine wiederkäuenden Kuh im dritten Durchgang.

Einer geht noch: Brandon Lakefield - aka ‚‚ZERBERSTER‘‘

Beschaulich, ja lethargisch vor sich hin plätschernde Videos untermalt Brandon Lakefield mit seiner butterzarten Stimme. Schöne Bilder, halbwegs erträgliche Übergänge, eine akzeptable Auflösung und ein wenig zu laute Hintergrundmusik zeichnen seinen Artstyle aus. Ach, aber die Schriftart ist unleserlich wie die Notizen von Nietzsche.

Spannend geht anders und trotz seiner lasziven Betonung räume ich Volxtribun deutlich mehr Sexappeal ein.

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