automatisch gewinnen

Automatisch Gewinnspiele mit Twitter-Bot gewinnen

Vor einigen Monaten haben wir einen Twitter-Bot geschrieben, der automatisch Gewinnspiele auf Twitter gewinnen sollte. Dafür hatte er nun reichlich Zeit und wir sehen mal nach, was dabei herumgekommen ist.

Wie das alles angefangen hat, kannst Du in dem ersten Artikel zum Thema nachlesen. Darin geht es um die Geschichte dahinter, wie alles kam und was wir erwartet haben.
In diesem Teil hier wollen wir die Eigenheiten vom Bot und den Gewinnspielen näher beleuchten und erklären, wie auch Du diesen Bot nutzen kannst.

Gewinnspiele auf Twitter

Es gibt wirklich wahnsinnig viele Gewinnspiele auf Twitter. Die meisten in Form von Give-Aways kleinerer Accounts, die ein bisschen für sich werben wollen. Darunter viele YouTuber, die auf Twitter neues Publikum suchen. Am einfachsten kann man Menschen eben anlocken, indem man etwas verschenkt.

Zum Teilnehmen genügt i.d.R. das Retweeten eines Tweets und das Folgen des jeweiligen Accounts. Der Retweet soll für die gewünschte Verbreitung sorgen und die Bekanntheit erhöhen. Im Gegenzug wird einer der Teilnehmer als Gewinner ausgelost.

Je attraktiver die Gewinne, desto mehr Andrang ist zu erwarten und desto geringer sind die Gewinnchancen. Kleinere Give-Aways haben hin und wieder nur eine handvoll Teilnehmer und damit ist die Gewinnchance theoretisch recht hoch.

Bei Verlosungen von kleineren Accounts solltest Du allerdings eine gewisse Skepsis mitbringen. Einige veranstalten ständig Give-Aways und küren dann keinen Gewinner. Vermutlich züchten sie nur ein paar starke Accounts zum Verkauf heran. Das kann uns aber egal sein. Schlimmer sind diejenigen, die Dir vorgaukeln, du hättest z.B. eine PS4 gewonnen und die dann von Dir verlangen, dass Du für die Versandkosten in Vorkasse gehst. Das scheint mir ein wenig zwielichtig und solchen Forderungen solltest Du nie nachkommen.

Physische Gewinne zu erhalten ist insgesamt ein bisschen verzwickt, denn der Bot nimmt international an Gewinnspielen teil.
Auch wenn es zuvor nicht ausgeschlossen wurde, weigern sich manche, den Gewinn bis nach Deutschland zu schicken. Eine Broschüre oder ein paar Haargummis für 15$ um die halbe Welt zu schicken, finde ich aber auch eher schwachsinnig. Die Ersteller von Gewinnspielen denken in ihrem Übereifer manchmal einfach nicht daran, dass es eben auch Menschen gibt, die nicht in den USA leben. (Von dort stammen die meisten Verlosungen.)

Trotz allen Widrigkeiten klappt es nicht selten und ein überraschendes Päckchen erreicht Deine Haustür.

Die Gewinne

Die Gewinne sind allesamt kleine Perlen und so unterschiedlich, wie es nur geht. Vieles davon ist nutzloser Unrat. Gefreut haben wir uns trotzdem sehr. Zusammengenommen lief der Bot zwei Monate, 24/7. Erst auf einer Synology, dann auf einem Raspberry Pi. In dieser Zeit erreichten wir mit einem Account 59 nennenswerte Gewinne. Es ist prinzipiell ganz einfach, den Pi gleich mehrere Accounts übernehmen zu lassen, aber wir wollten es auch nicht übertreiben. Im Schnitt einmal am Tag zu gewinnen, reicht vollkommen.

Der erste automatische Gewinn – ich werde es nie vergessen – war ein Poster mit einem Corgi und der Bildunterschrift 100% WOOF. Großartig.
Darauf folgten einige digitale Gewinne, wie Beta-Keys, DLC-Keys und auch ein paar sogenannte Curry-Coins, mit denen man wohl in einem Londoner Imbiss einkaufen kann. Aber ich glaube den Imbiss gibt es gar nicht.

automatisch gewonnenes logo

Gewonnenes Logo

Dieses Prachtstück war ein weiterer Gewinn und sollte ursprünglich als irgendein MineCraft-Logo gedacht sein. Dass jemand seine oder ihre künstlerischen Fähigkeiten als Gewinn ausschreibt, kommt relativ häufig vor.

Oft trudelten Tickets zu Veranstaltungen und Konzerten rund um die Welt ein. Ob ein Rodeo in Texas, oder das Konzert der Eagulls in London, es war von allem etwas dabei. Weil die Anreise sehr teuer geworden wäre, baten wir die Veranstalter, die Tickets an jemand anderen zu verschenken.

Hier ist eine Auswahl der Gewinne, die der Bot ergattern konnte:

  • ein riesiges Plakat über Englands schönste Ecken (DIN A0)
  • 25 Comics von Southern Cosmic Cast
  • Rayman Origins Uplay Key
  • ein Wochenendtrip in Ontario (leider zu weit weg)
  • eine Sammlung von Selbsthilfe-eBooks im Wert von 120$
  • Tickets für Grand Designs in London
  • E-book Guys with issues
  • Signierte Ausgabe von A Paranormal Memoir
  • Pokemon online Boosterpack
  • PDFelement für iOS
  • ein Video namens Throwback-Being sneaky at my dads von RoccocoXXX (genau das, wonach es klingt)
  • Chop Chop Ninja für iOS
  • Kostenloser Tisch mit Getränken in der fifty9 bar in London
  • Tickets zur Augmented World Expo (leider in den USA)
  • digitale Kopie vom Film A Matter of Murder von Hitchcock

Ja, da war jetzt noch kein Eigenheim dabei, aber für den verhältnismäßig geringen Aufwand eine gute Ausbeute.

So läuft der Bot

Twitter hat eine Programmierschnittstelle, die es ganz einfach macht, auf einen erstellten Account zuzugreifen und ihn durch ein Programm zu steuern. In unserem Fall erledigt ein kleines Python-Programm die Drecksarbeit. Es schlüpft in den Account und sucht nach Tweets, die möglichst wahrscheinlich ein Gewinnspiel beinhalten. Hashtags machen das noch bisschen einfacher. Zu Gewinnspielen wird häufig der Hashtag #retweet2win (oder eine Abwandlung davon) angefügt.

gewinnspiel tweet

Gewinnspiel-Tweet

Über die Zeit haben wir mit verschiedenen Suchkriterien experimentiert und inzwischen eine recht erfolgreiche Variante gefunden.

Damit endete der gemütliche Teil. So einfach es ist, Tweets zu finden, sie zu retweeten oder dem Autor zu folgen, so schwer ist es, die Limits einzuhalten. Diese Limits setzt Twitter und sie beziehen sich auf die Häufigkeit der Interaktionen unseres Bots mit der Plattform. Ohne diese Limits könnte ein Bot millionenfach Tweeten oder anderen Unsinn treiben. Das sollte natürlich nicht passieren. Einerseits darf die Plattform nicht überflutet werden, andererseits kosten die Interaktionen Twitter immer ein wenig Rechenleistung und damit Geld. Bots reagieren im Gegensatz zu Nutzern aber nicht auf Werbung und daher kann Twitter auf diese Weise kein Geld mit ihnen verdienen.

Long story short: Der Bot musste mit einem besonderen Timing ausgestattet werden. Zu häufiges Retweeten führt zur Sperrung des Accounts, zu seltenes lässt die Gewinnchancen sinken.
Am Ende läuft es auf rund eine Teilnahme alle 180 Sekunden raus. Damit war das Problem der Limits gelöst. Doch um auch öfter etwas automatisch zu gewinnen, muss der Bot rund um die Uhr laufen. Deshalb haben wir ihn auf eine Synology verfrachtet. Die Dinger sind von Haus aus mit Python ausgestattet und lediglich Twython muss nachgerüstet werden. Dasselbe gilt für den Raspberry Pi. Beide Geräte sparen im Gegensatz zu einem laufenden PC eine Menge Strom.

Die Laufzeit vom Bot wird maßgeblich von den Limits bestimmt. Bei einer Teilnahme alle drei Minuten wären das rund 500 pro Tag. Doch Twitter sperrt Accounts auch, wenn zu vielen anderen Nutzern gefolgt wird. Daher entfolgt der Bot Nutzern nach dem FiFo-Prinzip. Auf diese Weise wird Nutzern so lange es geht gefolgt, um auch am Ende eines Gewinnspiels noch immer zu folgen, weil das ja meist eine der Teilnahmebedingungen ist.
Damit sich die Zahl derer, denen der Bot folgt nicht ständig erhöht, muss auch ständig entfolgt werden. Das kostet wieder eine Menge Zeit. Etwa die Hälfte der Laufzeit ist der Bot damit beschäftigt. Aber es ist der einzige Weg, den Bot störfrei arbeiten zu lassen, ohne andauernd nach dem Rechten sehen zu müssen, oder sich über eine Sperrung zu ärgern.

Wenn Du mutig bist, kannst Du ein wenig an der Dauer der Intervalle schrauben. Wie das geht und welche Einstellung noch möglich sind, ist in der Readme erschöpfend erklärt.

BotSpotter

BotSpotter sind Accounts, die automatisch Tweets absetzen. Ihre Tweets enthalten die Stichwörter, nach denen unser und andere Bots suchen.

tweet vom eines botspotters

Typischer Tweet eines Botspotters

Es nützt leider nichts, sie auf Twitter zu blocken. Aus irgendeinem Grund kann man Twitter-Bots nicht beibringen, geblockte Nutzern zu ignorieren. Aber fürchte Dich nicht, es gibt auch dafür eine Lösung:
Speicher ungeliebte Nutzer einfach in der blacklist.txt-Datei vom Bot. Die Verfasser aller Tweets werden vor der Interaktion mit der Blacklist abgeglichen und ggf. aussortiert. Diese Lösung ist sogar noch besser als das Blocken über Twitter, denn die .txt-Datei kann auch bei anderen Bots eingesetzt werden. Außerdem liegt in dem Repository bereits eine gefüllte Blacklist. Wir versuchen sie aktuell zu halten. Über GitHub kann dabei jeder mitmachen.

Die Laufzeit

Wie gesagt läuft der Bot relativ lange durch und das muss er auch, um erfolgreich zu sein. Zu Beginn gibt er aus, wie lange er mit den vorgegebenen Einstellungen vermutlich brauchen wird. Dabei entspricht der ausgegebene Wert eher dem Worst Case. Nicht alle Suchdurchläufe werden ausschließlich neue Tweets entdecken. Nachdem die gefundenen Tweets mit den bereits retweeteten verglichen wurden, fallen wieder ein paar weg. Aber man weiss ja nie; Daher sollte schon mit der vom Bot errechneten Laufzeit kalkuliert werden. Willst Du den Bot zum Beispiel jeden Tag automatisch starten, dann sollte die voraussichtliche Laufzeit nie über 24h liegen.

Um den Bot zu starten, bietet sich auf einer Synology der vorinstallierte Aufgabenplaner an. Auf einem Pi klappt es dafür mit Cron.

Hier kannst Du den Bot herunterladen.

Bei Schwierigkeiten sind wir gerne in den Kommentaren behilflich :)

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