failarmy kanal geschlossen

FailArmy: Kanal gelöscht und wieder da?

Der Kanal von FailArmy war kurz futsch. YouTube schloss den Kanal aufgrund von Verstößen gegen die Richtlinien der Seite. So stand es zumindest auf der Kanalseite.

Während Du heute Morgen noch gemütlich aufm Pott sitzen und die Missgeschicke von Menschen rund um den Globus ansehen konntest, begegnete Dir zwischenzeitlich das hier:

failarmy kanal geloescht

Screenshot der Kanalseite

Für ein paar Stunden schien der Kanal geschlossen zu sein. Doch jetzt ist er zurück. War das ein Bug, oder vielleicht eine Warnung?

Was gäbe es für Gründe den Kanal zu schließen?

Naja, da hätten wir zum Beispiel eine Menge Videos, die aus vielen kleinen Videos bestehen, die nicht vom Kanal selbst gemacht wurden. Irgendwie muss also jeder Eigentümer dieser Videos und im Zweifel auch jeder, der im Video zusehen ist, mit der Veröffentlichung einverstanden sein. Allein das ist ein rechtlicher Albtraum. Es dürfte verflucht aufwendig sein, für jedes Video die Rechte zu erbitten. Außerdem ist es in einigen Fällen gar nicht mehr möglich, alle im Video erscheinenden Personen zu finden und um Erlaubnis zu fragen.
Die Sache mit Fair Use ist auch eher schwer zu rechtfertigen.

Glücklicherweise hat sich FailArmy eine clevere Sache einfallen lassen, die einerseits den Content-Nachschub gewährleistet und andererseits die rechtlichen Probleme löst umgeht.
Auf der Internetseite failarmy.com ist den Besuchern die Möglichkeit gegeben, Videos hochzuladen, die dann von FailArmy verwendet werden können. Das ist doch eigentlich eine praktische Sache, die einem gefilmten Pechvogel zu seinen 15 Minuten Berühmtheit verhelfen kann.
Doch der Haken steht im Kleingedruckten: Unter dem Upload-Formular sind die Bedingungen verlinkt und die haben es ziemlich in sich. Stimmt man denen zu, verliert man so ziemlich alle Rechte am Video.

Aber keine Angst: Vor dem Upload muss man mittels Anklicken einer Checkbox noch bestätigen, dass man mindestens 13 Jahre alt ist. In diesem Alter ist man nämlich absolut dazu befähigt, die rund rund 1500 Wörter schwere Vereinbarung zu kapieren.

Richtig knifflig wird's dann, wenn der Uploader selbst nicht alle Rechte am Videomaterial besitzt, es aber trotzdem hochlädt.

YouTube und FailArmy

YouTube hat mit der Internetseite von FailArmy nun nicht viel am Hut, wohl aber mit den Videos. Videos unter denen auf YouTube jedes Mal ein kleiner Button zum Melden der Inhalte versteckt ist. Die Beschwerden derer könnten sich häufen, die sich unfreiwillig in dem Clips eines Kanals mit über 12 Millionen Abonnenten wiederfanden.

Ob FailArmy mit dem Upload-Formular auf der eigenen Seite einen gelungenen Schritt um die rechtlichen Hürden gemacht hat, ist YouTube vermutlich egal. YouTube muss sich in erster Linie um die Meldungen kümmern, die auf der Plattform eingehen.

Die Macht von YouTube

Wir dürfen bei der Sache auch nicht vergessen, dass Kanäle hin und wieder zu Unrecht geschlossen wurden.
Was mir ein bisschen Angst macht ist Folgendes: Ein Kanal mit 12 Millionen wirft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viel Geld ab. Am Ende hängen an diesen Accounts reale Existenzen, die YouTube mit ein paar Klicks zerstören kann. Natürlich kann man sich dagegen zur Wehr setzen, aber wer am längeren Hebel sitzt, dürfte klar sein.

Vielleicht würde es mir mit den Schließungen von Kanälen ein bisschen besser gehen, wenn die Angabe der Gründe nicht so vage wäre.
Solange die Schließung gerechtfertigt ist, habe ich damit eigentlich kein Problem, doch gerade das zu beurteilen erfordert tiefere Einblicke in die Vorgehensweise von YouTube. Wie sollte bei unbegründeten Schließungen schließlich sonst dagegen angegangen werden?

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